EINNAHME, AUFBEWAHRUNG UND ANTIDOTE HOMÖOPATHISCHER MITTEL

Das Wesen homöopathischer Arzneimittel ist deren Wirksamkeit auf der Ebene der Lebenskraft. Samuel Hahnemann war es vor zirka 250 Jahren auf geniale Weise gelungen, unterschiedlichen Ausgangssubstanzen deren Lebenskraft zu entziehen, um damit anschließend Heilmittel herzustellen. Der Umgang mit solchen dynamisierten Medikamenten setzt voraus, dass bei Aufbewahrung und Einnahme einige Regeln beachtet werden, denn nur so kann jederzeit verlässliche Heilwirkung homöopathischer Medikamente von Behandler und Patient vorausgesetzt werden.

 

Einnahme eines homöopathischen Mittels

 

Wie häufig nimmt man ein homöopathisches Mittel ein?

Die Einnahmefrequenz des verordneten Arzneimittels wird individuell im Rahmen der Behandlung festgelegt.

 

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Einnahme?

Der Zeitpunkt der Einnahme wird ebenfalls individuell festgelegt. Grundsätzlich gilt aber: Homöopathische Arzneimittel sollten nicht unmittelbar während einer Mahlzeit eingenommen werden, ca. 15 Minuten vor und ca. 2 Stunden nach dem Essen als zeitlicher Abstand sind empfehlenswert, und nicht unmittelbar vor oder nach dem Zähneputzen.

 

Wie nimmt man homöopathische Globuli bzw. Tropfen ein?

Globuli sollte man unter der Zunge, auf der Zunge oder in der Backentasche zergehen lassen. Ausschlaggebend für die Aufnahme der Heilinformation ist der Kontakt des homöopathischen Arzneimittels mit der Mundschleimhaut.

Zur Einnahme homöopathischer Tropfen sollte man keinen Metalllöffel verwenden. Empfohlen wird ein Plastik- oder Keramiklöffel.

 

Darf man Globuli anfassen?

Bei der Frage, ob man Globuli berühren darf gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche Homöopathen achten streng darauf, dass der Patient die Kügelchen auf keinen Fall berührt. Andere meinen, dass es keinerlei Beeinträchtigung der Heilwirkung nach sich zieht, wenn die Person, die das homöopathische Mittel einnimmt, es zuerst auf die Hand nimmt oder mit den Fingern berührt.

 

Aufbewahrung und Haltbarkeit homöopathischer Medikamente

 

Wie sollte man homöopathische Mittel aufbewahren?

Homöopathische Arzneimittel sollten grundsätzlich trocken, kühl, dunkel, fern von elektrischen und magnetischen Strahlungsquellen und außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden.

 

Welche Behältnisse sind geeignet für Aufbewahrung und Transport von Homöopathika? (Text hierzu befindet sich in Arbeit)

 

Wie lange behalten homöopathische Mittel ihre Wirksamkeit?

Homöopathische Medikamente sind bei korrekter Aufbewahrung grundsätzlich extrem lange haltbar. Vor wenigen Jahren wurden von Hahnemann selbst vor über 250 Jahren hergestellte homöopathische Mittel als wirksam qualifiziert. Das deutsche Arzneimittelgesetz schreibt allerdings vor, dass jedes Medikament ein Verfallsdatum tragen muss. Dieser gesetzlich vorgeschriebene Zeitrahmen beträgt auch für homöopathische Arzneimittel 5 Jahre.

 

 

Vorsicht ist geboten: Antidote homöopathischer Heilwirkung

 

Die Einflüsse, die nach der Einnahme homöopathischer Heilmittel auf den Patienten einwirken bzw. die sachgerechte Aufbewahrung homöopathischer Arznei sind von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Wirksamkeit homöopathischer Medikamente. Daher muss man sich unbedingt die Anfälligkeit homöopathischer Mittelwirkung gegenüber bestimmten Substanzen, physikalischen Phänomenen und Umwelteinflüssen bewusst machen. Man spricht hier von Antidoten (griech.: das dagegen Gegebene).

 

Was sind Antidote in der Homöopathie?

Antidote sind bestimmte Substanzen, physikalische Phänomene, Umwelteinflüsse oder psychosoziale Umstände, die Wirksamkeit und Wirkung homöopathischer Arzneimittel beeinträchtigen bzw. vollständig aufheben.

Verwendet man homöopathische Arzneimittel, muss man unbedingt einige Regeln beachten. Man sollte darauf achten, niemals ein homöopathisches Mittel in der gleichen Hand- oder Hosentasche zu transportieren, in der sich auch ein eingeschaltetes Handy befindet. Homöopathische Mittel sollten nicht an einem Ort abgelegt werden, der unmittelbar oder zu einem späteren Zeitpunkt direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Während eines Aufenthalts im Krankenhaus dürfen operationsbegleitende homöopathische Heilmittel nicht neben oder auf eingeschaltete medizinische Geräte gelegt werden. Eine Untersuchung im Kernspintomographen löscht die Heilinformation zuvor eingenommener homöopathischer Mittel vollständig. Möchte man seinem erkälteten Kind Erleichterung für die Nacht verschaffen und reibt dessen Brust ergänzend zur homöopathischen Akutverordnung mit einer stark riechenden mentholhaltigen Erkältungssalbe ein, wird die homöopathische Heilwirkung zumindest eingeschränkt. Und aus homöopathischer Sicht beflügelt ein Energy-Drink nicht den Geist, sondern verhindert Heilwirkung aufgrund des sehr hohen  Koffeingehalts.

 

Antidote, die homöopathische Mittelwirkung aufheben bzw. stark beeinträchtigen, gestalten eine homöopathische Behandlung für Behandler und Patient unübersichtlich und unzufriedenstellend.

 

Welche äußeren Einflüsse sind Antidote?

  • Homöopathische Mittel sollten niemals eingeschalteten niedrig- und hochfrequenten Strahlungsquellen ausgesetzt werden wie z.B. WLAN-Router, Handy, Tabletcomputer, Laptop, PC, Fernseher, Baby-Phone, Mikrowelle, Induktionskochherd und  schnurlosem DECT-Haustelefon und dessen Ladestation.
  • Diagnostisch-bildgebenden Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomo-graphie bzw. Kernspintomographie) und CT (Computertomographie) antidotieren vollständig homöopathische Wirkung.
  • Das Gleiche gilt für elektrotherapeutische Verfahren wie Reizstromtherapie oder Magnetfeldtherapie zur Durchblutungssteigerung für bessere Wund- und Knochenheilung und zur Linderung chronischer Entzündungsprozesse in Gelenken. Alle physiotherapeutischen Maßnahmen, in deren Namen die Worte „Elektro“, „Strom“ oder „Magnet“ vorkommen, haben stark antido-tierende Wirkung auf zeitgleich stattfindende homöopathische Behandlung.
  • Negative affektive Gemütsbewegungen wie extreme Wut, Trauer, Eifer-sucht, Hass gegenüber sich selbst und anderen, ebenso wie Stress, können dazu führen, dass die Wirkung eines homöopathischen Mittels früher nachlässt als erwartet.

 

Welche Substanzen sind Antidote?

Nach erfolgter Mitteleinnahme haben folgende Substanzen eine nachteilige Wirkung auf die homöopathische Heilwirkung:

  • Andere homöopathische Arzneimittel ab der Potenz D24.
  • Zeitgleich eingenommene schulmedizinische Medikamente wie Antibiotika, Psychopharmaka und Impfungen. Wichtig: Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen gilt für mich, dass Schulmedizin und Homöopathie unbedingt parallel eingesetzt werden sollten. In solchen Fällen berücksichtige ich die störende Wirkung der schulmedizinischen Medikamente und verordne häufigere Mittelgaben oder die Einnahme höherer Potenzen.
  • Ätherische Öle.
  • Genussmittel wie Koffein, Alkohol, Drogen und Nikotin.

Da Genussmittel in unserer Gesellschaft selbstverständlich sind, möchte ich auf die antidotierenden Wirkungen einiger dieser Stoffe näher eingehen.

 

Koffein: Zu viel schadet definitiv der Gesundheit!

 

Koffein ist der anregend wirkende Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola und Energy-Drinks und wird zur Gruppe der Rauschmittel gezählt. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder interessante wissenschaftliche Untersuchungen mit Radnetzspinnen in Verbindung mit toxischen Stoffen wie Marihuana, Ecstasy, Heroin, Chloralhydrat (Bestandteil von Schlafmitteln), LSD und Koffein. Die Forscher fütterten Spinnen mit entsprechend kontaminierten Fliegen und dokumentierten anschließend ihr Netzspinnverhalten.

 

Die unterschiedlichen Wirkungen der Rauschmittel zeigten sich im fortgeschrittenen Netzbaustadium. Zunächst hatten die meisten Spinnenetze die gewohnte Grundstruktur, dann wurden sie entweder nicht vollendet (Chloralhydrat und Marihuana) oder waren voller Löcher (Ecstasy und Aufputschmittel). Den größten und erstaunlichsten Effekt hatte aber Koffein auf den Netzbau, denn es entstand gar kein Netz mehr. Die Spinnen bewegten sich chaotisch und produzierten ein „Netz“ ohne Mittelpunkt und ohne Struktur.

 

 

Foto: NASA 1995
Foto: NASA 1995

 

Homöopathen beobachten seit über 200 Jahren, dass Koffein ein starkes Antidot homöopathischer Heilwirkung ist. Daher wird empfohlen, während des Behandlungszeitraums mit homöopathischen Arzneimitteln vollständig auf koffeinhaltige Genussmittel wie Kaffee, Cola und Energy-Drinks zu verzichten. Schwarzer und Grüner Tee haben, in normalen Mengen konsumiert, trotz ihres Koffeingehalts keine nennenswerte antidotierende Wirkung und bieten sich daher als Alternative zum Kaffee an. Entkoffeinierter Kaffee ist homöopathieverträglich und die erfreuliche Nachricht für passionierte Genuss-Kaffeetrinker ist, dass man mittlerweile gut schmeckende, entkoffeinierte Kaffeesorten in Fachgeschäften findet.

 

Unabhängig von einer homöopathischen Behandlung ist es durchaus ratsam, mehr Bewusstsein in den eigenen Kaffeekonsum zu bringen, denn sinnvoll ist immer kontrollierter Genuss anstelle unreflektierter Gewohnheit.

 

Alkohol und Nikotin: Die Menge macht’s!

 

Alkoholische Getränke haben antidotierende Wirkung auf homöopathische Heilprozesse, wenn man sie nicht maßvoll konsumiert. Hier gilt eine ganz simple Faustregel: So ist z.B. ein Glas Wein oder Bier mit Genuss getrunken kein Problem. Sobald man den Alkohol spürt (leichter Schwips bis Vollrausch), muss man davon ausgehen, dass die Wirkung eines homöopathischen Medikaments beeinträchtigt oder vollständig antidotiert wurde.

 

Das Gleiche gilt für Nikotin: Raucht man ab und zu, hat das keinen negativen Effekt auf eine homöopathische Behandlung. Raucht man hingegen viel und regelmäßig und hält sich zudem immer wieder in verqualmten Räumen auf, dann beeinflusst dieses Verhalten negativ die Heilwirkung homöopathischer Behandlung.

 

Ätherische Öle: Manch guter Duft ist einfach zuviel!

 

Schon Samuel Hahnemann wies im §260 seines Grundlagenwerks der Homöopathie, dem Organon, darauf hin, dass intensive Gerüche mögliche Hindernisse für homöopathische Behandlung darstellen. Heutzutage empfehlen Homöopathen, während ihrer Behandlung Substanzen mit ätherischen Ölen zu vermeiden, vor allem Kampfer, Eukalyptus, Menthol, Salbei und Pfefferminz z.B. in Duftölen, Räucherwerk, Kräutertees, Halsbonbons und Erkältungssalben.

Eine antidotierende Wirkung von Kaugummi und Zahnpasta mit Mentholanteil  kann ich nicht bestätigen. Reagiert man grundsätzlich sensibel auf ätherische Öle, dann ist es wahrscheinlich, dass durch Kaugummi oder handelsübliche Zahnpasta die Heilwirkung homöopathischer Arzneimittel beeinträchtig wird. In diesem Fall sollte man sich eine homöopathieverträgliche Zahnpasta ohne Menthol aus Apotheke, Reformhaus oder Bioladen besorgen und menthol- bzw. pfefferminzfreien Kaugummi kauen.

 

Reisen mit homöopathischen Arzneimitteln